< Branchenkreis Speditionssoftware und Digitalisierung; Veranstaltung „Spesenabrechnung: rechtskonform, digital, einfach!“
24.03.2017 09:46 Alter: 214 days

6. BranchenForum ChemieLogistik: Digitalisierungsprozess in der Chemielogistik


Hürth: Am 21. März 2017 fand im Feierabendhaus in Hürth bereits das sechste BranchenForum ChemieLogistik des LogistikClusters NRW statt. Mit erneut über 130 Teilnehmern war die gemeinsam mit der InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG, dem VVWL NRW, ChemCologne und der BVL Regionalgruppe Rhein organisierte Veranstaltung wieder ein voller Erfolg. Im Zentrum der Veranstaltung standen an diesem Tag Fachbeiträge und Diskussionen zum Themenbereich „Innovationen in der Chemielogistik“. Natürlich wurde wieder genug Platz geboten, damit alle Beteiligten der logistischen Kette in der chemischen Industrie ausführlich miteinander „networken“ konnten.

Zunächst begrüßten Dr. Clemens Mittelviefhaus von der InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG als Ausrichter der Veranstaltung, Prof. Dr. Otto Jockel als Regionalgruppensprecher der BVL die Gäste. In seiner kurzen Einführung betonte Dirk Emmerich als Vorstand des clustertragenden LOG-IT Club e.V. noch einmal die Bedeutung von Digitalisierung und Automatisierung insbesondere für die Felder Sicherheit und Effizienz in der Chemielogistik. Er mahnte aber auch an, dass die Branche in diesen Feldern noch einige Aufgaben zu bewältigen habe.

Astrid-Karoline Lamm vom Unternehmen Bosch Sicherheitssysteme GmbH eröffnete den Reigen der Vorträge. Unter dem Titel „Digitalisierung der Chemielogistik“ gab Frau Lamm einen Einblick in moderne Technologien und Möglichkeiten für die Steuerung und Überwachung von Supply Chains. Dabei wurde deutlich, dass schon heute technologisch eine Vielzahl von Möglichkeiten besteht, um Daten über eine Ware in der Supply Chain zu generieren. Dabei müssen Sensoren mit Software und Services verbunden werden. Ihre Beispiele für konkrete Anwendungsfälle zeigten die Mehrwerte einer digitalen Supply Chain deutlich auf. So können heute nicht nur Fahrzeuge, sondern auch einzelne Waren verfolgt (getrackt), Temperaturen überwacht oder voraussichtliche Ankunftszeiten berechnet werden. Wichtig ist jedoch Daten nicht nur planlos zu sammeln, sondern diese auch zu analysieren (predictive analytics), um tatsächliche Fortschritte im Supply Chain Management zu generieren.

Der nächste Vortrag kam von Jochen Frömming von SSI Schäfer / Fritz Schäfer GmbH. Der Vortrag beschäftigte sich mit Automatisierungslösungen im Lager. Gezeigt wurden unter anderem robotergestützte Kommissionier-Lösungen, die allerdings noch immer den Menschen in den Prozess einbeziehen. Moderne selbstfahrende- und steuernde Flurförderzeugen können heute bereits im Warentransport innerhalb eines Lagers neben bemannten Staplern operieren. Die Koordinationsfunktion zwischen manueller (menschlicher) Tätigkeit und Automation ist ein wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung vieler Standorte und Lager. Herr Frömming gab einen breiten Überblick zu Möglichkeiten der Automation, die auch für die Chemielogistik spannend sein können.

Es folgte eine Pause, in der die Teilnehmer sich austauschen und „networken“ konnten. Der Erfahrungsaustausch von Praktikern ist ein wesentliches Element der Arbeit des LogistiClusters NRW.

Nach der Pause präsentierten Jochen Köppen von der Köppen GmbH sowie Rob Kroon von Fier Automotive aus den Niederlanden ein Modellprojekt zur Elektrifizierung von LKW-Transporten. Das Projekt eGLM (electric Green Last Mile) steht noch in den Anfängen und möchte Erfahrungen mit vollelektrischen schweren LKW (44t) im Kurzstrecken-Containerverkehr sammeln. Herr Köppen betonte, dass ihn sowohl die Gewinnung von Erkenntnissen als auch ein wirtschaftlicher Erfolg zur Teilnahme am Projekt motivieren. Insgesamt sollen in dem über das europäische Interreg-Programm geförderten deutsch-niederländischen Projekt mindestens neun LKW sowie mehrere Schnellladeanlagen an strategischen Orten beschafft werden. Der Probebetrieb wird allerdings frühestens 2018 starten.

Die letzte Präsentation des Tages hielt Rafael Siebert von der Shell Deutschland Oil GmbH. Er stellte die in der Rheinland-Raffinerie Wesseling neu gebaute vollautomatisierte Bahnverladung  (Kesselwagen) vor. Das Gesamtsystem aus Erkennung (Kameratechnik), automatischer Bewegung der Wagen (Robotertechnik) und hocheffizienter Verladung ermöglicht dem Unternehmen seine Gesamttonnage im Bahnausgang deutlich zu erhöhen. Dabei mussten aufgrund der Rahmenbedingungen (Bahnrecht, Wassergefährdung) viele Themen bedacht und gelöst werden, was aber letztlich mit dem Einsatz moderner Technik auch gelöst wurde.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt in allen BranchenForen des LogistikClusters NRW ist immer eine Podiumsdiskussion unter Einbindung des Publikums. Dafür standen alle vier Referenten und zusätzlich Herr Emmerich zur Verfügung. Die Runde war sich schnell einig, dass die Chemielogistik noch viele der heute andiskutierten Innovationen umsetzen muss. Dafür muss in den Unternehmen vorab jedoch auch die Bedeutung der Logistik erkannt werden. Einen wesentlichen Effizienzhebel sehen die Diskutanten weiterhin in der unternehmensübergreifenden Kooperation – allerdings müssten sich die Unternehmen dazu öffnen und anderen Beteiligten der Logistikkette ihre Informationen zur Verfügung stellen. Hier besteht der größte Nachholbedarf.

Im Anschluss der Podiumsdiskussion bot das Cluster noch weitere Möglichkeiten zum Networking. Die Veranstalter waren sich einig, auch 2018 wieder ein BranchenForum ChemieLogistik.NRW in Hürth Knapsack durchzuführen!


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