< 6. BranchenForum ChemieLogistik: Digitalisierungsprozess in der Chemielogistik
31.03.2017 14:38 Alter: 29 days

4. Fachforum Industrie 4.0 und Logistik: „Aktuelle Ansätze für die Digitalisierung der Logistik aus der Praxis“


Gronau: Am 30. März 2017 fand in den Räumlichkeiten der Nellen & Quack GmbH & Co. KG das vierte Fachforum „Industrie 4.0 und Logistik“ statt. Der gemeinsamen Einladung von LogistikCluster NRW, VVWL NRW, IHK Nord-Westfalen und CPS.HUB folgten mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Im Zentrum der Veranstaltung standen Fachbeiträge und Diskussionen unter dem Oberthema Digitalisierung in der Logistik. Dabei wurde sowohl die Nutzung und die sich ergebenden Chancen der Digitalisierungsprozesse diskutiert, als auch die Notwendigkeit für Unternehmen sich der Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde den Teilnehmenden die Möglichkeit zu zwanglosem Austausch und Networking gegeben.

Das Fachforum wurde eröffnet von Peter Abelmann als Clustermanager LogistikCluster NRW, Axel Wienandts als Vertreter der Geschäftsführung der Nellen & Quack GmbH & Co. KG und Gastgeber des Forums und Joachim Brendel als Vertreter der IHK Nord-Westfalen. In seiner Begrüßung betonte Herr Brendel den hohen Stellenwert, den Vernetzung und Digitalisierung – vor allem auch für den Wirtschafts- und Logistikstandort Nord-Westfalen – haben. Mit Referenz auf eine Umfrage der IHK unterstrich er, dass vor allem mittelständische Unternehmen mit den Tendenzen der Digitalisierung Schritt halten bzw. diese mit gestalten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

In seinem Vortrag Von Industrie 4.0 zu Logistik 4.0 ordnete Hartmut Schneider von der Logma Logistics GmbH die Begriffe Industrie 4.0 und Logistik 4.0 fachlich ein und stellte die Herausforderungen und Möglichkeiten der voranschreitenden Digitalisierung dar. Den Fokus seines Vortrags legte er auf das Lernen aus Vergangenheitsdaten und die Nutzung vorhandener Daten für die Prognose zukünftiger Entwicklungen bzw. die Planung anstehender Prozesse. „Den digitalen Schatten von Prozessen und Produkten auch für zukünftige Prozesse nutzbar zu machen, muss dabei das Ziel sein“. Laut Herrn Schneider sind vor allem die Einbettung der Digitalisierung in das Prozessmanagement der Logistikunternehmen und die Schnittstellengestaltung zu den Kunden besonders wichtig.

Michael Otto von der Active Logistics GmbH stellte in seinem Vortag Von der Speditionssoftware zu Logistik 4.0 verschiedene Softwarelösungen für Logistikunternehmen vor. Dem Grundgedanken folgend, dass „alles was digitalisierbar ist, digitalisiert werden wird“ zeigt er auf, dass Digitalisierungsprozesse Teil der strategischen Ausrichtung der Unternehmen sein müssen, um langfristig zum Unternehmenserfolg beitragen zu können. Herr Otto machte aber auch klar, dass die Digitalisierung von Abläufen allein keine Prozessverbesserung bringt und dass viele Logistikunternehmen sich strukturell insgesamt besser aufstellen müssen, um die Vorteile der Digitalisierung in vollem Umfang nutzen zu können.

In dem zweigeteilten Vortrag Stückgutspedition 4.0 und Digitalisierung im Zoll stellten Mark Paehler, ECH Euregio Cargo Hub und Werner Werning, Nellen & Quack GmbH & Co. KG die Veränderungen vor, die sich durch Digitalisierungs- und Integrationsprozesse in der Stückgutspedition und im Zollwesen ergeben. Herr Paehler zeigte auf, wie das ECH Euregio Cargo Hub als neutraler Stückgut-Dienstleister Vor-, Haupt,- und Nachläufe vollständig digital steuert und mit seinen Kunden über Schnittstellen verbunden ist. Er unterstrich dabei, dass die Digitalisierung von Arbeits- und Koordinationsprozessen kein Zukunftsdenken, sondern bereits heute Voraussetzung für den Arbeitsalltag ist. Die „Echtzeitkommunikation von Systemen“ als Grundstein für die Arbeit des Hubs hob er dabei besonders hervor. Herr Werning ging in seinem Vortragsteil auf die voranschreitende Digitalisierung von Zollverfahren ein, die - nach einer Übergangszeit - Ende 2020 zu einer vollständigen digitalen Integration aller europäischen Zollabwicklungen führen wird. Dabei ergeben sich nicht nur Vorteile für die Zollabwicklung, sondern auch für die Frachtunternehmen, die Zollprozesse mehr und mehr automatisieren können.

Im letzten Vortrag des Tages Die teure erste und letzte Meile – was kann man da schon digitalisieren? zeigte Jürgen Lüders von der Viaboxx GmbH Möglichkeiten auf, Prozesse in der Abwicklung der ersten und letzten Meile im Stückgut- und Paketgeschäft digital zu gestalten. Dabei präsentierte er Beispiele, wie Kästen zur Abholung bzw. Auslieferung von Paketen, eine dynamisch angepasste Routenplanung von Auslieferungsfahrten auf Grundlage aktueller Informationen einzelner Sendungen (Position, Größe, voraussichtlicher Zeitpunkt des Eintreffens im Verladezentrum, etc) und Möglichkeiten, Tracking & Tracing - Daten von Fahrzeugen zur Verbesserung des Services und zur Erleichterung von Arbeitsabläufen des Personals zu nutzen. Dabei machte er klar, dass digitalisierte Prozesse alle vorhandenen Daten nutzbar machen und aus diesem Grund sowohl standardisierte als auch individualisierte Schnittstellen bereitstellen müssen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion gingen die Vortragenden noch einmal auf die erforderlichen Grundlagen für eine echte Logistik 4.0 ein. Kernthemen waren die Standardisierung von Prozessen und Schnittstellen und die technisch erforderlichen Voraussetzungen. Diese standardisierten Abläufe und Schnittstellen muss es geben, um Prozesse so effizient wie möglich gestalten zu könne. Dabei muss es aber auch möglich sein Umgebungen individual anzupassen. Dies ist z.B. erforderlich, wenn Unterauftragnehmer ohne direkte IT-Anbindung in Arbeitsabläufe eingebunden werden sollen. Hier sind offene Schnittstellen erforderlich, um einen möglichst hohen Automatisierungsgrad erreichen zu können. Als grundsätzliche, technische Anforderung wurde die Bereitstellung von Datenverbindungen mit ausreichenden Bandbreiten – auch als Forderung an politische Entscheidungsträger und Planer – genannt.


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